Eigenen Kindern Krankheiten eingeredet: 8 Jahre Haft für Mutter

Die 49-jährige Mutter aus Ostholstein hatte ihren Kindern schwere Krankheiten eingeredet. Foto: Picture Alliance

Wegen Misshandlung ihrer Kinder und Betruges muss eine 49 Jahre alte Mutter aus Ostholstein für acht Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Lübeck sah es heute als erwiesen an, dass die Frau aus Lensahn im Kreis Ostholstein jahrelang gegenüber Krankenkassen, Behörden und Ärzten behauptet hatte, vier ihrer fünf Kinder litten an schweren chronischen Erkrankungen. Die Angeklagte habe aus Geldgier und Geltungssucht gehandelt, sagte die Richterin.

Verteidigung kündigt Revision an

Wegen Fluchtgefahr wurde die Angeklagte, die sich bis dahin auf freiem Fuß befunden hatte, noch im Gerichtssaal festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung sieht eine Mitschuld des Gesundheitssystems und hat deshalb eine milde Strafe gefordert. Eine Revision ist nun zu erwarten.

Nach Aussage einer psychiatrischen Sachverständigen leidet die Angeklagte an einem sogenannten Münchhausen-Stellvertretersyndrom, ist aber voll schuldfähig. Bei dieser psychischen Störung erfinden Eltern bei ihren Kindern Krankheitssymptome, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

dpa

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