Ehemalige Kollegen loben Arbeit des Patientenmörders Niels Högel

Der wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagte Niels Högel. Foto: M. Assanimoghaddam/Archiv

Ein ehemaliger Kollege hat im Prozess um den Patientenmörder Niels Högel die fachliche Arbeit des Ex-Krankenpflegers gelobt. Högel habe technisch einwandfrei gearbeitet und Reanimationen „brillant gemacht“, sagte der 67-Jährige am Donnerstag als Zeuge vor dem Landgericht Oldenburg. Sein Kollege habe sich aber auch als „Rettungsrambo“ profiliert. „Er war bei Reanimationen immer einer der ersten und hat andere weggedrängt, die eigentlich zuständig waren“, sagte der pensionierte Pfleger. Junge und unerfahrene Ärzte seien jedoch auch froh gewesen, dass Högel bei Wiederbelebungen geholfen habe.

Högels Kompetenz auf der Intensivstation bestätigte auch eine Ärztin, die 2002 im Delmenhorster Klinikum mit dem Krankenpfleger zusammen gearbeitet hatte. „Ich mochte ihn gern, er war laut, lustig und kompetent“, sagte die 45 Jahre alte Medizinerin. Es sei beruhigend gewesen, wenn Högel auf der Station war, weil er gut reanimieren konnte. An konkrete Verdachtsmomente, dass der Pfleger auch für die Zunahme von Todesfällen verantwortlich gewesen sein könnte, erinnerte sich die Zeugin nicht. „Gerede kam erst auf, als Högel nicht mehr an dem Krankenhaus arbeitete“, sagte sie.

Die Staatsanwaltschaft hat den Ex-Krankenpfleger wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt. Sie wirft ihm vor, seine Opfer mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt zu haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den Mann bereits zu lebenslanger Haft verurteilt.

dpa

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