Digitales Sommersemester im Norden mit Online-Vorlesungen gestartet

Videokonferenzen und Podcasts statt volle Hörsäle: Die Hochschulen im Norden sind am Montag digital in das Sommersemester gestartet. An der Universität Hildesheim herrschte auf dem Campus gähnende Leere. Der Lehrbetrieb begann im Internet – so verfolgten zum Beispiel 40 Studierende die digitale Vorlesung „Physikalische Chemie I“. Dies sei eine sehr gute Beteiligung, sagte Dozentin Jacqueline Claus, die mit einer studentischen Hilfskraft einen Versuch präsentierte und darüber mit den Studierenden online diskutierte. Das niedersächsische Wissenschaftsministerium unterstützt den digitalen Semesterstart mit Fördermitteln von insgesamt 1,25 Millionen Euro.

Asta Hannover fordert Sozialfonds für Studierende

Die Fraktionen von Grünen und FDP im Landtag forderten von der Landesregierung mehr Unterstützung für Studierende, die ihr Studium oft über Mini-Jobs in Einzelhandel oder Gastronomie finanzieren. Diese fallen wegen der Corona-Pandemie derzeit weg. Der Asta, die studentische Selbstverwaltung der Hochschule Hannover, plädierte für einen Sozialfonds für Studierende, die jetzt unverschuldet in einer finanziellen Notlage sind.

In Bremen ab dem 4. Mai wieder Laborpraktika

Auch in den bremischen Hochschulen werden die meisten Lehrveranstaltungen in digitaler Form abgehalten. Vom 4. Mai an sollen in Bremen dem Wissenschaftssenat zufolge auch wieder zum Beispiel Laborpraktika aufgenommen werden – allerdings mit weniger Studierenden und unter Beachtung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen.

Hamburg ermöglicht zinsloses Darlehen als finanzielle Überbrückungshilfe

Auch die Universität Hamburg ist am Montag fast nur digital ins Sommersemester gestartet. Erstmals in der 101-jährigen Geschichte der Hochschule werde die Lehre in allen der mehr als 170 Studiengänge fast ausschließlich in digitaler Form stattfinden. Dass es nicht 100 Prozent seien, liege daran, dass durch die Corona-Krise einzelne Stellen nicht besetzt werden konnten oder dass internationale Lehrende nicht einreisen können. Die bisher beschränkte Anrechnung digitaler Lehre von 25 Prozent gelte nicht mehr. „Digitales Studium wird im Sommersemester 2020 also zu 100 Prozent anerkannt“, hieß es. Studierende, die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Not geraten sind, können ab sofort online ein zinsloses Darlehen in Höhe von 400 Euro monatlich beantragen: „Die Studierenden erhalten über das Darlehen eine finanzielle Überbrückungshilfe, die in dieser Größenordnung bundesweit einmalig ist“, erklärte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

mit dpa

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