Dick im Geschäft: Vom Erfolg einer Hamburger Plus Size-Unternehmerin


Sie ist erfolgreiche Influencerin, Unternehmerin und Modeliebhaberin. Angefangen hat Tanja Marfos Karriere mit dem Blog „Kurvenrausch“, in dem sie aus ihrem Alltag als dicke Frau berichtet. Die Hamburgerin ermutigt ihre Mitmenschen, sich unabhängig von ihrer Konfektionsgröße schön zu machen und schön zu fühlen. Aus dem Blog wurde ein Business: eine Modelagentur und das Event „Diversity Fashion Days“.

Zum ersten Mal in Deutschland hat sie mit dem Fashion-Event das Thema Diversität auf den Laufsteg gebracht. Hier werden alle Modelle ins Scheinwerferlicht gerückt. Auch der Plus Size-Bereich, die Sparte für große Größen, gewinnt an Aufmerksamkeit. Der Begriff „Plus Size“ umfasst dabei alle Größen ab 44. Die Konfektionsgrößen sind von der Modeindustrie gesetzte Normwerte. Eine wachsende Szene von meist weiblichen Bloggerin hat sich inzwischen etabliert. Einige von ihnen wollen aber nicht nur zeigen, was sie tragen, sondern auch Politik machen.

Der Hype um die Selbstliebe

In den letzten Jahren sind die Themen „Body Positivity“ und „Plus Size“ auf Social Media immer präsenter geworden. Influencer, Plus Size-Blogger und -Bloggerinnen sind dabei die treibende Kraft, um dem Thema „Vielfalt“ mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und traditionelle, auf Schlankheit fokussierte Schönheitsideale aufzubrechen.

In den sozialen Medien nimmt das Thema Plus-Size immer mehr Fahrt auf.
Foto: 17:30 SAT.1 REGIONAL

Immer mehr Frauen und Labels machen bei dem Curvy-Trend mit und nutzen die sozialen Medien als Informationsträger und Vermittler: Hier wird der eigene Körper gezeigt, thematisiert und vor allem auch politisiert.

Laut einer publizierten Forschung über Körperbilder* soll das jedoch kein neuer „Hype“ sein. Schon 2002 hatten erste Blogger versucht andere Bilder von modischen Körpern in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Plus-Size in der Kritik

Kurvige Models stehen trotz steigender Beliebtheit in der Kritik. So soll der Plus-Size-Trend sich zum Beispiel negativ auf unsere Körperwahrnehmung auswirken und das „Dicksein“ glorifizieren.

Doch selbst wenn Firmen Models mit großen Konfektionsgröße engagieren, bricht immer wieder eine Diskussion rund um deren Kurven aus. Bei der Marke Plus Size Baby ging die Curvy-Werbung nach hinten los: Um neue Unterwäsche und Leggings in Übergrößen anzupreisen, wurden die Produkte nicht der Zielgruppe entsprechend an kurvigen, sondern an dünnen Models fotografiert.

So polarisierte zum Beispiel die Sportmarke Nike mit einer Schaufensterpuppe im Plus-Size-Format die ganze Medienwelt: Eine britische Journalistin kritisiert die in einem Londoner Geschäft ausgestellte Puppe, weil diese in „Plus Size“-Maßen die neue Sportbekleidung präsentierte. Eine derartige Präsentation würde Fettleibigkeit bewerben. Mit dieser Meinung traf sie in den sozialen Medien auf wenig Gleichgesinnte.

Auf Twitter wurden diese Äußerungen scharf kritisiert. „Ich sehe aus wie diese Nike-Schaufensterpuppe und ich bin dieses Jahr eine Zehn-Kilometer-Strecke, einen Halbmarathon und einen Marathon gelaufen“, schrieb eine Nutzerin.

Eine andere Nutzerin twitterte, der Artikel schüre Hass und Mobbing, und forderte eine Entschuldigung von der Zeitung.

 

Marit Langschwager

*Quellen: Melanie Haller: Körperbilder – Körperpraktiken

 

 

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