Delfin in der Eckernförder Bucht gesichtet: Expertin bittet um Abstand zum Tier

Seit einigen Wochen wird ein solitär lebender Delfin in der Eckernförder Bucht gesichtet. Foto: Tobias Kaiser

Wenn ein Seemannsdiakon einmal frei hat – dann entstehen solche beeindruckenden Bilder. Tobias Kaiser von der Deutschen Seemannsmission Kiel hat uns Fotos von seinem privaten Tauchgang zusammen mit Feuerwehrtaucher Stephan Thomsen in der Eckernförder Bucht zukommen lassen. Dort wird seit einigen Wochen ein solitär lebender Delfin gesichtet.

Was steckt hinter den „Flecken“ auf der Haut des Delfins?

Wie man auf den Bildern deutlich erkennen kann, weist die Haut des Delfins mögliche entzündliche Veränderungen auf, die für den Laien zunächst als Flecken wahrgenommen werden. Prof. Dr. Ursula Siebert vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum sieht mehrere mögliche Faktoren als Ursache für die Hautveränderungen. Der Delfin könnte aufgrund der Umgebung an einer Pockenläsion leiden, aber es wäre auch möglich, dass das Tier sich an einer Boje oder anderen Gegenständen reibt. Ein sekundärer Erreger sowie ein Juckreiz der Haut seien nicht auszuschließen.

Tier scheint trotz der Hautveränderungen wohlauf zu sein

Trotz dieser Hautveränderungen sei das Tier aber „gut genährt und sehr fit – so zumindest unsere bescheidene Einschätzung“, berichtete uns Tobias Kaiser nach seinem Tauchgang. Dieser Meinung ist auch Dr. Ursula Siebert. Die Fachärztin hat bereits mehrere Videos des namenlosen Delfins erhalten und sieht keine ernstzunehmenden Erkrankung des Tieres. Jedoch könnte sich der Zustand auch verschlechtern, wenn das Aufkommen an Schaulustigen weiter zunimmt. Denn, auch wenn sich der Delfin die Eckernförder Bucht selbst ausgesucht hat, bietet sie kein optimales Ökosystem als Lebensraum.

Bitte Abstand halten und nur aus der Ferne beobachten

Und auch wenn wir uns alle über diesen außergewöhnlichen Gast in der Eckernförder Bucht freuen, bittet die Expertin noch einmal ausdrücklich darum, dem Tier respektvoll und möglichst aus weiterer Entfernung zu begegnen, um es vor zusätzlichem Stress zu schützen. Auch das Einfangen und Befördern des Delfins würde seiner Gesundheit sehr schaden, da ein solches Unterfangen höchst belastend für das Tier wäre. Ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt, konnte bislang noch nicht festgestellt werden. Ungeachtet dieser Tatsache hat Seemannsdiakon Tobias Kaiser dennoch einen Namensvorschlag parat: „Unser Vorschlag ist Jumpy, denn er springt sehr viel.“ Also, keine Sorge: Der Delfin lässt sich demnach auch prima aus der Ferne beobachten.

sag / mm

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