Bundesliga-Neustart: Bremens Innensenator kritisiert Vorzugsbehandlung des Profi-Fußballs

Mäurer hat scharfe Kritik an der Freigabe für den Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga geübt. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archiv

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer hat scharfe Kritik an der Freigabe für den Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga ab 15. Mai geübt. „Es war für mich nicht überraschend, dass es zu einer Vorzugsbehandlung des Profi-Fußballs kommen wird. Das war absehbar“, sagte der SPD-Politiker der Bild-Zeitung und sprach von einer falschen Entscheidung.

„Hier ging es ums Geld – und da hört die Moral auf“

Mäurer verwies auch auf das Skandal-Video von Hertha-Profi Salomon Kalou, der sich in der Kabine der Berliner beim Verstoß gegen mehrere Hygieneregeln gefilmt hatte. „Da hätten drei Kalous durch die Stadt laufen können. Hier ging es ums Geld – und da hört die Moral auf“, sagte der 68-Jährige. Zuvor hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer dem Profifußball eine Rückkehr zum Spielbetrieb ab Mitte Mai erlaubt.

Mäurer warnt vor Risiken

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sprach von hitzigen Debatten um den Termin für die Fortsetzung des Spielbetriebs. Er habe sich für einen späteren Re-Start ausgesprochen. Innensenator Mäurer warnte vor den Risiken der Pläne der Deutschen Fußball Liga. „Was ist, wenn die erste Mannschaft in Quarantäne gehen muss? Dann ist wahrscheinlich der Spielbetrieb beendet“, sagte er. Zudem befürchtet Mäurer weiter Fan-Aufläufe vor den Stadien bei den geplanten Geisterspielen. „Ich halte es für möglich, dass sich das Ganze völlig anders entwickelt als von der DFL geplant“, sagte er.

Vertrauen in den Profi-Fußball schon lange verloren

Dass viele der Geisterspiele nur im Bezahlfernsehen laufen, hält Mäurer für ein fatales Signal, weil viele Fans sich dann gemeinsam Spiele vor dem TV ansehen könnten. „Das heißt: Alles das, was wir erreichen wollen – dass es wenige Kontakte gibt – wird hier ins Gegenteil verdreht“, erklärte Mäurer. Er habe das Vertrauen in den Profi-Fußball schon lange verloren.

mit dpa

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