Blutige Racheaktion im Drogenmilieu: Landgericht Hamburg verurteilt 20-Jährigen

Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Wegen einer blutigen Racheaktion im Drogenmilieu hat das Landgericht Hamburg einen jungen Mann zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Die Strafkammer sprach den 20-Jährigen am Montag wegen versuchten Totschlags, Drogenhandels und gefährlicher Körperverletzung schuldig (610 KLs 22/20 jug.). Nach Überzeugung des Gerichts handelte der Angeklagte mit mindestens 10 Kilo Marihuana und 300 Gramm Kokain.

Am 19. April vergangenen Jahres stellten ihm andere Kriminelle in der Nähe des S-Bahnhofs Nettelnburg eine Falle und raubten ihm 40.000 Euro an Drogeneinnahmen. Weil er glaubte, einer der Räuber sei in eine Wohnung geflüchtet, schoss der Angeklagte dreimal durch die Wohnungstür in Höhe des Türspions. Die Schüsse verfehlten nur knapp einen Vater.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Am 30. Mai lauerte der 20-Jährige zusammen mit zwei Komplizen einem der Räuber in Hamburg-Bergedorf auf. Dabei schoss der Angeklagte mindestens fünfmal auf den 22-Jährigen und verletzte ihn schwer.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den in Hamburg geborenen Angeklagten mit afghanischer Staatsangehörigkeit eine Jugendstrafe von fünf Jahren und neun Monaten gefordert. Seine Verteidiger hatten eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Mit dpa

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