Angriffe auf Einsatzkräfte: Lüneburgs Polizeipräsident wegen zunehmender Gewalt besorgt

Thomas Ring, Polizeipräsident der Polizeidirektion Lüneburg, sitzt in seinem Büro bei einem Pressetermin. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archiv

Lüneburgs Polizeipräsident Thomas Ring ist besorgt angesichts zunehmender Gewalt gegen Beamt:innen im Dienst. Im vergangenen Jahr habe es im Bereich der Direktion, die die Landkreise Celle, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg/Wümme, Stade und Uelzen (Niedersachsen) umfasse, 664 Widerstandshandlungen oder tätliche Angriffe gegen Polizeikräfte gegeben.

Verletzt worden seien dabei 268 Beamt:innen – damit werde im Schnitt alle 36 Stunden eine Polizistin oder ein Polizist verletzt. „Die noch immer hohe Fallzahl von Gewalt, der Kolleginnen und Kollegen ausgesetzt sind, betrachte ich mit größter Sorge“, sagte Ring der Deutschen Presse-Agentur.

Rasanter Anstieg der Zahlen während Corona-Pandemie

Seit dem Jahreswechsel 2021/22 – in der Corona-Pandemie – habe es einen rasanten Anstieg der Zahlen gegeben. Das Niveau sei nun gleichbleibend hoch. „Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sowie Rettungskräfte helfen Menschen in Not, schützen unsere Demokratie und die Rechte jedes Einzelnen. Hierfür haben sie gesellschaftliche Anerkennung und Sicherheit bei der Ausübung ihrer Tätigkeit verdient“, betonte Ring.

Modernisierung von Polizeiarbeit und bessere Vernetzung

Jeder Angriff auf eine Polizeibeamtin oder einen Polizeibeamten sei immer auch ein Angriff auf die freiheitlich demokratische Grundordnung. Derartige Angriffe seien nicht zu tolerieren. „Wir werden den Dialog mit Kolleginnen und Kollegen, mit Gewerkschaften und Verbänden fortsetzen, um wirkungsvolle Maßnahmen zu treffen und zu zeigen, wie scharf wir derartige Angriffe verurteilen und wie ernst und mit welcher Härte wir diese strafrechtlich und menschlich verfolgen“, kündigte der Polizeipräsident an. Dazu gehöre auch eine Modernisierung von Polizeiarbeit und bessere Vernetzung.

SAT.1 REGIONAL/dpa

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