„Alarmstufe ROT“: Veranstaltungsbranche demonstriert am Hamburger Jungfernstieg

„Unsere Kultur ist am sterben! Es reicht!“, schreibt das Team von „Alster in Flammen“ und kündigt für den heutigen Freitag eine Demonstration am Hamburger Jungfernstieg an. „Wir können uns eine Welt ohne Konzerte, Veranstaltungen, Messen, Feiern und Jahrmärkte nicht vorstellen. Wir wollen wieder unvergessliche Events veranstalten. Magische Momente, an die sich jeder gerne zurückerinnert.“ Seit acht Monaten heißt es schon „Alarmstufe ROT“ bei Künstler:innen und Kulturschaffenden in Deutschland, die wegen der Corona-Pandemie ihren Berufen nicht nachgehen können beziehungsweise dürfen. Die Event- und Kulturbranche ist der sechstgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland. Es geht um Millionen von Jobs, viele bangen um ihre Existenz. Nach der Großdemo in Berlin vor zwei Tagen soll nun auch in Hamburg ein Zeichen gesetzt werden.

Elphi wird ab 22:30 Uhr rot leuchten

Ab 17 Uhr sollen am Jungfernstieg Verbände der Musik- und Schaustellerindustrie zu Wort kommen, für 18 Uhr bis 20 Uhr ist die Inszenierung eines bislang unbekannten Künstlers geplant und danach soll eine Abschlusskundgebung mit einem Feuerwerk nach dem Motto „Wir werden laut“ folgen. Ab 22:30 Uhr wird dann die Elbphilharmonie von innen rot strahlen. Alle, die nicht nach Hamburg kommen können oder wollen, können die Demonstration auch auf dem Instagram-Profil von Alster in Flammen live mitverfolgen. Teilnehmer:innen, die vor Ort sein möchten, werden darauf hingewiesen, dass es drei Eingänge sowie zwei Ausgänge geben wird. „Bitte nutzt diese richtig“, appelliert Alster in Flammen. Zudem wird auf das Einhalten der inzwischen bekannten AHA-Regeln hingewiesen.

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Bereits am 14. Oktober waren Beschäftigte der Veranstaltungsbranche in der Hansestadt auf die Straße gegangen und haben die Eventbranche symbolisch zu Grabe getragen. Wir haben damals live vom Hamburger Rathausmarkt von dieser besonderen Aktion berichtet:

Am Mittwoch hatten sich vor der Demo in Berlin diverse freischaffende Humorist:innen und Musiker:innen – darunter Carolin Kebekus, Peter Maffay, Atze Schröder, Johannes Oerding uvm. – in einem offenen Brief an die Politik gewandt. Als Teil der Bewegung #alarmstuferot prangern sie an, dass sie bereits seit Monaten auf konkrete und zielführende Entscheidungen seitens der Politik warten. Sie fordern Finanzhilfen und Zukunftsperspektiven, wie der Kulturbetrieb trotz Corona-Pandemie wieder aufgenommen werden kann.

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte am Mittwoch in Berlin, dass der Bund für den November noch einmal milliardenschwere Nothilfen in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro plane. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) versprach versprach „massive, in dieser Größenordnung bisher unbekannte Unterstützungsleistungen„. Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern und Solo-Selbstständige sollen 75 Prozent des Umsatzausfalls ersetzt bekommen. Als Vergleichsmaßstab dienen die Umsätze des Vorjahresmonats, also die aus November 2019. Musiker Helge Schneider hatte daraufhin prompt einen Verbesserungsvorschlag: „Ich habe im November 2019 gar kein Geld verdient, also kann man dafür ja auch keine 75 % ausrechnen“, schreibt er auf Facebook. Ihm würde ein Jahres-Monatsdurchschnitt besser gefallen.

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Am heutigen Freitag stehen die „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Veranstaltungswirtschaft“ noch einmal auf der Tagesordnung der Parlamentssitzung im Deutschen Bundestag.

 

Gloria Saggau 

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