Airport-Streik am Dienstag in Hamburg: Flugausfälle und lange Wartezeiten

Foto: Pixabay/Archiv

Der Tarifstreit beim Sicherheitspersonal an den Flughäfen geht weiter und wurde sogar ausgeweitet. Die Gewerkschaft Verdi hat das Personal an den Sicherheitskontrollen am Hamburg Airport für Dienstag zu einem 24-Stunden-Streik (0 bis 24 Uhr) aufgerufen.

Betroffen sind alle Kontrollstellen des Flughafens – sowohl die Personal- und Warenkontrollen als auch die Passagierkontrolle. Aufgrund dieses Streiks kann es am Dienstag ganztägig zu Flugstreichungen und deutlichen Verzögerungen bei den Kontrollen kommen. Am gleichen Tag bestreikt werden sollen die Flughafen-Drehkreuze Frankfurt am Main und München sowie die Flughäfen Hannover, Bremen, Dresden, Erfurt und Leipzig/Halle. Damit sind drei der fünf größten Flughäfen Deutschlands betroffen.

Der Flughafen hat sich mit den Fluggesellschaften und Behörden bestmöglich auf den Verdi-Streik vorbereitet. Dennoch müssen Passagiere mit vielen Flugausfällen und sehr langen Wartezeiten rechnen. Aufgrund der eingeschränkten Kontrollkapazität wird ein Großteil der Fluggäste die Kontrollstelle nicht pünktlich passieren können. Bevorzugte Sicherheitskontrollen (z.B. die „Fast Lane“) sind mangels Kapazität nicht möglich.

Alle Fluggäste werden gebeten, sich vor der Anreise zum Flughafen über den Status ihres Fluges zu informieren. Zudem sollten sie möglichst viel Zeit für das Passieren der Kontrollstellen einrechnen und Handgepäck auf ein Minimum reduzieren. Bei Fragen zu Verspätungen, Ausfällen, Umbuchungen etc. wenden sich Passagiere bitte direkt an die Hotlines der jeweiligen Fluggesellschaften oder den Reiseveranstalter. Am Dienstag sind in Hamburg 178 Abflüge mit mehr als 20.000 Passagieren und 179 Ankünfte geplant.

In Hannover fallen am Flughafen wegen des Warnstreiks ein Drittel der Verbindungen aus. „Stand jetzt sind 26 Abflüge und 16 Anflüge gestrichen“, sagte Flughafensprecher Sönke Jacobsen am Montag. Jacobsen rät den Reisenden, sich vorab bei ihrer Airline zu informieren, frühzeitig anzureisen und – wenn möglich – auf Handgepäck zu verzichten. Tuifly kündigte an, vier Abflüge von Hannover an den Flughafen Paderborn-Lippstadt zu verlegen.

Am Flughafen Bremen wurden nach Auskunft einer Sprecherin bisher vier von 29 für Dienstag disponierten Flüge abgesagt. Die Verbindungen der Lufthansa von und nach Frankfurt am Main seien gestrichen worden.

Verdi fordert für die Kontrolleure von Passagieren, Fracht und Personal eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro brutto pro Stunde. Die Arbeitgeber halten das für unrealistisch, sie bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Am 23. Januar startet die fünfte Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt. Der nächste Verhandlungstermin von DBB und BDLS ist für den 24. Januar 2019 ebenfalls in Berlin vereinbart.

dpa

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