Affäre um Rolling-Stones-Freikarten: SPD-Fraktionsvorsitzender Domres lässt Amt ruhen

Auf Bildschirmen im Hamburger Stadtpark ist das Logo der Rolling Stones zu sehen. Foto: Christophe Gateau/Archivbild

In der Rolling-Stones-Freikarten-Affäre zieht der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, Thomas Domres, Konsequenzen. Vor dem Hintergrund des Bezirkswahlkampfes und gegen ihn laufender Ermittlungen werde er sein Amt bis auf Weiteres ruhen lassen, teilte Domres am Montag in einer persönlichen Erklärung mit. Gleiches gelte für seine öffentlichen Aktivitäten im laufenden Wahlkampf. Er wolle nicht zulassen, dass der Blick auf die von der SPD erzielten Erfolge „durch die drohende Fokussierung auf die Konzert-Angelegenheit und meine Person verbaut wird“. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ darüber berichtet.

In der Erklärung räumt Domres ein, dass die Annahme der Freikarten zu dem Konzert im September 2017 „im Nachhinein sicher ein Fehler“ gewesen sei. Von den Ermittlungen gegen ihn habe er erst aus der Presse erfahren. „Der anscheinend erhobene Vorwurf der Bestechlichkeit trifft nicht zu und entbehrt jeder Grundlage“, versichert er. Die Annahme der Freikarten „stand in keinerlei Zusammenhang mit der Entscheidung des Bezirksamtes zur Genehmigung des Konzertes, die ausschließlich in der Kompetenz des Bezirksamtes lag, nicht in der der Bezirksversammlung“.

Domres hatte das Stones-Konzert laut „Abendblatt“ mit seiner Ehefrau Anja Domres besucht, der SPD-Kreisvorsitzenden in Hamburg-Nord und Vizechefin des Hamburger Verfassungsschutzes. Zunächst auch gegen sie eingeleitete Ermittlungen wurden der Zeitung zufolge mangels Tatverdachts wieder eingestellt.

Die Karten stammten aus einem Kontingent von 300 Kauf- und 100 Freikarten, die der ehemalige Leiter des Bezirksamts Nord, Harald Rösler (SPD), laut Staatsanwaltschaft vom Konzertveranstalter „verlangt“ habe, um sie „Freunden des Hauses“ anzubieten. Die Staatsanwaltschaft hatte Dutzende Ermittlungsverfahren gegen über 50 Beschuldigte eingeleitet.

Erklärung Domres

 

dpa

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