„Achtung, wenig Zucker“: Lemonaid protestiert mit Warn-Stickern gegen Vorgaben

Foto: Lemonaid Beverages

Der Streit um den Zuckergehalt in den Getränken des Hersteller „Lemonaid“ geht weiter. Das Unternehmen hat schon seit längerer Zeit Ärger mit den Behörden, da seine Bio-Limonaden angeblich zu wenig Zucker enthalten.

Jetzt soll auf den Flaschen genau davor gewarnt werden. Der Hersteller müsste aus diesem Grund wohl mehrere Millionen Mehrwegflaschen vernichten. Das Problem: In den Limonaden sei weniger Zucker als für Limonaden üblich enthalten. Lemonaid-Gründer Paul Bethke dazu: „Dass wir einen Warnhinweis anbringen müssen, weil unsere Limonaden „zu gesund“ sind, widerspricht jeder Intuition. Es sollten doch die Hersteller, die überzuckerte Getränke vermarkten, abgestraft werden. Nicht umgekehrt. Für uns würde es bedeuten, dass wir Millionen neue Flaschen anschaffen müssten – und das in der Corona-Krise.“

Für Lemonaid ist das Vorhaben eine Absurdität. Um darauf aufmerksam zu machen, tragen die Lemonaid-Flaschen in den Supermarktregalen ab sofort große Aufkleber im Stil der Warnhinweise auf Zigarettenpackungen. Der Aufdruck: „Achtung – wenig Zucker.“

Foto: Lemonaid Beverages

Die Diskussion um „zu wenig Zucker“ führt der Getränkehersteller schon seit 2018. Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Meißner zu den geplanten Regelungen: „Was wir hier sehen, torpediert sämtliche Absichtserklärungen. Wenn einem Hersteller der Limonadengeschmack mit deutlich weniger Zucker gelingt, sollte es auf den Flaschen eher eine Empfehlung geben und keine Warnung.“

Bundesgesundheitsministerium: Zuckergehalt soll reduziert werden

Selbst das Bundesgesundheitsministerium erklärte über Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel schließlich das „klare Ziel, in Fertiglebensmitteln und auch Erfrischungsgetränken den Gehalt von Zucker zu reduzieren“ und „die klare Erwartung, dass sich die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission der aktuellen Problematik nun zügig annimmt und die entsprechenden Leitsätze überprüft.“

Protest gegen geplante Regelung: Der Kampf geht weiter

Umso überraschender kam deshalb der aktuelle Beschluss auch für die Lemonaid-Macher. Sie geben ihren Widerstand gegen Bürokratie und Lobbymacht jedoch nicht auf – und legen offiziell Protest gegen die geplante Regelung ein. Paul Bethke: „Es muss ein Ende haben, gesündere Lebensmittel in Sonntagsreden zu fordern – in der Praxis aber zu verhindern!“

Copy LinkCopy LinkShare on MessengerShare on Messenger
Zur Startseite