EWE liefert tonnenweise Wasserstoff für Stahl aus Salzgitter

Die Stahlproduktion in Salzgitter soll in den kommenden Jahren deutlich klimafreundlicher werden. (Archivbild)  Julian Stratenschulte/dpa
Die Stahlproduktion in Salzgitter soll in den kommenden Jahren deutlich klimafreundlicher werden. (Archivbild) Julian Stratenschulte/dpa

Berlin/Salzgitter/Oldenburg (dpa/lni) –

Auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion hat die Salzgitter AG einen wichtigen Lieferanten von grünem Wasserstoff gefunden. Mit dem Energiedienstleister EWE sei eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von jährlich rund 10.000 Tonnen aus Emden geschlossen worden, teilten beide Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Vorgesehen ist eine Lieferung ab 2030 für zunächst sieben Jahre. 

Die Vereinbarung sei für beide Konzerne eine Neuheit. Für EWE ist es nach Unternehmensangaben der erste Großabnahmevertrag für Wasserstoff aus der 320-Megawatt-Erzeugungsanlage, die derzeit in Emden errichtet wird. Für Salzgitter ist es demnach der erste Großvertrag mit einem Wasserstoff-Lieferanten. Salzgitter will in den kommenden Jahren schrittweise auf eine nahezu emissionsfreie Stahlproduktion umstellen. 

Konzerne fordern Unterstützung aus der Politik 

«Ohne erste Lieferverträge wird sich keine deutsche Wasserstoffwirtschaft entwickeln», sagte Salzgitter-Vorstand Gunnar Groebler. Dieser Schritt sei daher mit einem Appell an die Politik verbunden, weil der Wasserstoff-Hochlauf weiter vor hohen Hürden stehe. «Es bedarf nach wie vor umfassender Maßnahmen, um die Kostenlücke zu schließen und unternehmerischen Risiken zu minimieren», betonte Groebler. 

«Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft schützt nicht nur das Klima. Sie stärkt auch die industrielle Resilienz Europas, macht uns unabhängiger von fossilen Energieimporten und hilft dabei, Energie langfristig wettbewerbsfähig zu halten», sagte EWE-Chef Stefan Dohler. Auch er richtete sich an die Politik. Es brauche wettbewerbsfähige Strompreise, praktikable Regeln für grünen Wasserstoff und langfristige Investitionssicherheit. 

Ministerpräsident: «Die Transformation wird konkret»

Bei der Vertragsunterzeichnung waren Gitta Connemann (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie mehrere Kabinettsmitglieder aus Niedersachsen dabei. Connemann verwies darauf, dass der Bund den Umbau der Stahlproduktion in Salzgitter mit 925 Millionen Euro unterstütze und die Wasserstoffproduktion in Emden mit 267 Millionen Euro fördere. 

Niedersachsens Regierungschef Olaf Lies (SPD) freute sich, dass zwei starke Unternehmen aus dem Bundesland vorangehen und langfristig Verantwortung übernehmen. Verträge wie dieser zeigen aus seiner Sicht: «Die Transformation wird konkret».

© dpa-infocom, dpa:260609-930-195198/1

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