„Waldbrandland“ Deutschland: 200 Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrand im Kreis Emsland

ARCHIV – Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr fährt zu einem Einsatz. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

In einem Waldgebiet in Schapen im Landkreis Emsland (Niedersachsen) ist am Sonntag auf einer Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern ein Feuer ausgebrochen. Mehr als 200 Einsatzkräfte benötigten über zwei Stunden für die Löscharbeiten, wie die Polizei am späten Abend mitteilte. Die Kreisstraße 316 im Landkreis Emsland war währenddessen voll gesperrt. Verletzt wurde niemand.

Deutschland ist „Waldbrandland“

In Deutschland wüteten in diesem Sommer schon mehrere Waldbrände. Unlängst stiegen große Rauchwolken über einem Waldstück in Brandenburg auf, darunter standen die Bäume reihenweise in Flammen. 400 Hektar umfasste die brennende Fläche – umgerechnet sind das etwa 600 Fußballfelder.

Sohid Saha vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) meint, wir werden uns künftig an solche Bilder gewöhnen müssen: „Deutschland ist jetzt ein Waldbrandland“, lautet sein Fazit. Forschende des KIT hatten im brandenburgischen Treuenbrietzen untersucht, wie sich ein Ökosystem von Bränden erholen kann. Doch die jüngsten Feuer zerstörten einen großen Teil der Versuchsflächen.

„Als Folge des Klimawandels erleben wir nun extreme Hitzewellen sowie Dürren, und damit steigt natürlich auch die Feuergefahr“, sagt Saha, der am KIT eine Forschungsgruppe leitet. Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) haben jüngst ergeben: In Deutschland soll es in den kommenden Jahren im Jahresschnitt bis zu ein Grad wärmer werden als in den vergangenen drei Jahrzehnten.

Monokulturen besonders anfällig für Brände

ARCHIV: Waldbrand im Harz 2021. Der Brand ist zwar unter Kontrolle, droht aber wegen Trockenheit und hoher Bodentemperaturen immer wieder aufzuflackern. -/Polizeirevier Harz/dpa

Klar ist, dass Hitze selbst keinen Brand entzündet. Doch sie kann die Entstehung von Waldbränden begünstigen. Besonders brandanfällig sind Monokulturen, beispielsweise aus Kiefern auf sandigem Boden wie in Brandenburg oder die Fichten-Monokultur im niedersächsischen Harz. Die natürlich gewachsenen Mischwälder wurden einst durch die schnellwachsenden Kiefern und Fichten ersetzt, um den großen Holzbedarf zu decken. In Niedersachsen wurde das Holz vorrangig benötigt, um den Bergbau zu sichern, der enorme Mengen an Energie verschluckte. In solchen Nadelbaumforsten brennen nicht nur die Bäume leicht. Auch der aus Nadeln bestehende Boden trocknet schnell aus und kann ebenfalls leicht brennen.

Mehr Geld und Fachleute für Waldbrandbekämpfung

Was kann jetzt getan werden? Saha führt die USA an, in dem die nationale Forstbehörde die Hälfte ihres Jahresbudgets in den Feuerschutz investiert. Für Deutschland empfiehlt er, mehr Fachleute für die Waldbrandbekämpfung auszubilden, Strukturen und Verantwortlichkeiten zu reformieren und mehr Ressourcen für die Forschung zu Brandvermeidung, Brandbekämpfung, Feuerökologie und Wiederherstellung von Wäldern nach Bränden bereitzustellen.

Mit dpa

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