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Seit Dienstagmorgen steht der wohl größte Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte erneut vor Gericht: der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel. Das Interesse und der Ansturm waren riesig – so riesig, dass ein gewöhnlicher Gerichtssaal nicht mehr ausreichte und man in die Weser-Ems-Halle in Oldenburg verlegen musste. Mit einer Schweigeminute für die Opfer hat der Mammutprozess dann begonnen. 100 weitere Menschen soll Ex-Pfleger Niels Högel mit Medikamenten getötet haben. Aus Langeweile und, um bei Reanimationen auf der Intensivstation zu glänzen. Viele Angehörige der Opfer waren als Nebenkläger anwesend.

Gleich zu Beginn des Prozesses überraschte Niels Högel mit einem Geständnis: Ja, er sei für die ihm vorgeworfenen 100 Morde größtenteils verantwortlich. Der 41-Jährige beschrieb ausführlich, dass er Krankenpfleger geworden sei, weil er in die Fußstapfen seines Vaters und des Onkels treten wollte. Schon früh habe er in dem Beruf unter großem Druck gestanden und Opiate missbraucht. Dass der Angeklagte in diesem Prozess offenbar umfänglich aussagen will, macht den Hinterbliebenen der Opfer Hoffnung. 23 weitere Prozesstage sind vorerst angesetzt.

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