1. Mai: Mehrere Tausend Menschen bei linken Demos in Hamburg

Antifa-Protest am 1. Mai in Hamburg-Altona. Foto: Daniel Bockwoldt

Mehrere Tausend Menschen sind am Mittwoch in Hamburg dem Aufruf linksextremer Gruppen gefolgt und am 1. Mai auf die Straße gegangen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Stimmung war friedlich, zu größeren Zwischenfällen kam es nicht. „Ein wirklich sehr ruhiger Verlauf, damit sind wir sehr zufrieden“, bilanzierte Polizeisprecher Timo Zill.

Am Nachmittag war ein von der „Antifa Altona Ost“ organisierter Demonstrationszug aus dem Stadtteil Ottensen ins Schanzenviertel gezogen, um von dort aus zur „Revolutionären 1. Mai-Demo“ zu starten. Bis zum Eintreffen am Bahnhof Sternschanze schwoll der Zug nach Polizeiangaben auf mehr als 2000 Teilnehmer an. „Überraschend war schon die hohe Teilnehmerzahl bei der Zubringerdemonstration aus Altona. Da hatten wir eher mit 400 oder 500 Teilnehmern gerechnet“, sagte Zill.

Am Bahnhof wurden die Demonstranten von 250 weiteren empfangen. Auffallend viele junge Leute nahmen teil. Zur „Revolutionären 1. Mai“-Demo hatte der vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestufte Rote Aufbau Hamburg aufgerufen. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Ausbeutung in die revolutionäre Offensive“ ging es dann vom Bahnhof Sternschanze zur Lenz-Siedlung in Eimsbüttel.

Die Polizei begleitete die Demonstration entlang der gesamten Strecke mit massiven Kräften, auch Pferdestaffel und Diensthunde waren am Einsatz beteiligt. Mehrere Wasserwerfer standen bereit. „Wir haben ein Großaufgebot in den Einsatz gebracht, 1700 Kräfte insgesamt“, sagte Zill. „Darunter waren 350 Auswärtige aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und von der Bundespolizei.“

Bis auf kleine Zwischenfälle, weswegen der Zug von der Polizei zwei Mal kurz gestoppt wurde, war die Stimmung unter den Demonstranten auch angesichts des Großaufgebots der Polizei entspannt. „Es hat Pyrotechnik gegeben, ein paar Böller – aber für den 1. Mai insgesamt sehr, sehr friedlich“, sagte Zill.

Schon am Mittag waren rund 400 Menschen bei einer „antiautoritären“ 1. Mai-Demo «für eine Perspektive jenseits von Kapital, Nation und Autorität» durch Hamburg-Harburg gezogen. Auch dort wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Ansonsten blieb auch dort alles friedlich.

Im vergangenen Jahr hatten sich etwa 2000 Menschen an der „Revolutionären 1. Mai-Demo“ beteiligt. Die Demo in diesem Jahr war die laut Zill die dritte in Folge, bei der es keine nennenswerten Krawalle gab. „Man kann schon sagen, dass es in den letzten drei Jahren eine Entwicklung gibt hin zur Walpurgisnacht, hin zum 1. Mai – und man muss sagen, dass ist eine Entwicklung, die wir sehr positiv sehen.“

dpa

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