Fall Erna Ganz: Prozess um Mord vor 35 Jahren beginnt mit Überraschung

Thema am 11.01.2017
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Es ist ein ziemlich ungewöhnlicher Kriminalfall, der seit Mittwoch vor dem Flensburger Landgericht verhandelt wird. Knapp 35 Jahre ist es her, dass Erna Ganz in ihrer Wohnung ermordet wurde. Aber erst vergangenes Jahr ist man dem Täter auf die Spur gekommen – ein DNA-Test machte es möglich. Weil der mittlerweile 52-Jährige zum Tatzeitpunkt aber erst 17 war, wird der Prozess nach Jugendstrafrecht verhandelt. Zum Auftakt gab es auch gleich eine Überraschung: Ein Polizeibeamter sagte aus, dass der Angeklagte bereits 1985 in Lübeck wegen eines Tötungsdelikts zu einer Jugendstrafe verurteilt worden war. Ob er sich deswegen auch des DNA-Tests entziehen wollte? Erst im vergangenen Jahr war ermittelt worden, dass der ehemalige Schleswiger inzwischen mit seiner Familie in Ostholstein wohnt und sich nicht an einer Reihenuntersuchung beteiligt hatte. Als ein Termin zur Abgabe einer Speichelprobe mit ihm abgesprochen werden sollte, sei der Mann daraufhin verschwunden. Schließlich wurde er in Saarbrücken geortet und festgenommen. Noch in der Nacht soll er dann laut Polizei versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Inwieweit die bereits verbüßte Strafe des Mannes im Prozess eine Rolle spielt, konnte am Mittwoch noch nicht gesagt werden. Kommenden Dienstag wird der Prozess fortgesetzt.

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